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Sieht nur grad nicht so schön aus.
13.05.2024 wird es Regen geben?

Mooorjen.

Es ist 07:43 und ich sitze im Camperkitchen. Um 06:17 hörte ich, im Schlafsack liegend, dem Konzert der Vögel zu. Kein Tropfen war auf dem Zelt zu vernehmen und laut Vorcast wäre bis 08:00 erst mal nichts zu erwarten. Also faßte ich einen Entschluß: Fahrsachen in den Aufenthaltsraum, Zeltabbau, alles nacg vorne, dann Duschen und Kaffee. Gesagt, getan und nun sitze ich 1,5h später hier. Alle „Schäfchen“ sind im Trockenen und ich überlege, ob ich im Norden nicht ein zwei Tage dran hänge und dafür vllt auf die Ostküste verzichte.

Habe gestern mal nach meinem Plan geschaut und wenn ich überlege, wie lange sich so eine „kleine“ Besichtugung manchmal ausgedehnt hat, würde ich die letzten beiden Abschnitte so nicht schaffen. Hm vllt reicht auch ein Tag länger auf dem letzten Campingplatz des WAW bevor es rüber nach Nordirland geht. Dort würde ich nämlich gerne einen Tag bei Castle Ward verbringen. Hoffe da ist es trocken, sonst sag ich den ab. Für Regenwandern habe ich tatsächlich nicht ganz die passenden Klamotten bei. Vllt nächstes Mal noch so ein Regencape einpacken.

Naja, ich werd schon ne Lösung finden. Für heute habe ich einen Platz reserviert und sollte bis 19:00 da sein. Ich programmier mal das Navihandi und dann schmeiß ich mich in Schale und es geht weiter auf dem Wild Atlantic Way.

Bis später…

Es gibt nicht nur Sonnenschein, doch hey gibt ja richtige Kleidung. Heute gab es zu Begin erst mal noch ein nettes Pläuschen mit einem englischen Pärchen und wat soll ick euch sagen… ick hab mal allet verstanden und mußte nicht ständig nachhaken. Mein Englisch ist also doch nicht so schlimm, wie inzwischen befürchtet. Naja, lustigerweise schlagen sie eine ähnliche Route wie ich ein nur etwas später. Aber vllt trifft man sich doch noch mal. Wäre ja nichts neues. Gabs in Norwegen ja auch zwei Mal.

Ja und dann pünktlich zum Swarowski Outfit fing der Regen an. Aber gewappnet und frohen Mutes fuhr ich los. Erster Halt ist eine Burg. Dachte ich und war etwas verwirrt, als ich am Ziel war, ein Strand vor mir lag aber keine Burgruine. Hm wurde sie inzwischen erfolgreich belagert und dann geschliffen? Nein, ich hatte ja die kommenden Ziele heute morgen angeschaut und dabei mir was falsches gemerkt. Hier war ich genau richtig bei den Fairy Bridges.

Aber wohet kommt der Name Fairy Bridges? Wenn die Wetterbedingungen passen drückt das Wasser durch diese Löcher wieder nach oben, also sogenannte blow holes. Die Menschen im 17Jh dachten, daß diese Region von Feen heimgesucht würde. Naja andere Länder andere Sagengestalten, aber spuken tun sie irgendwie alle 😀

Nur mal so am Rande bemerkt, die Strände, die ich hier auf meinen Tour sehe, die können locker mit den Italienischen mithalten. Gut, bisweilen ist mehr Sand als Wasser aber ich denke, das ist nur eine Sache des Timings 😉

Während ich meiner Brückeninspektion hatte der Regen fast aufgehört, kam aber sehr schnell wieder. Und ich flux wieder zu Ruby und weiter ging es. Der nächste geplante Stopp war Donnegal Castle. Eine Burg aus dem 15Jh die aber nachträglich von den Brooks (Engländer) nach dem 9 jährigen Krieg gegen England verändert worden war. Bei der Restauration wurde aber darauf verzichtet, alles von den Brooks wiederherzustellen um so die ursprüngliche Dachkonstruktion wieder zur Geltung zu bringen.

Anbau durch die Brooks

Ach ich hab übrigens erst mal ne extra Runde gedreht. Da wo Google abbiegen wollte, durfte ich nicht rein und einen offiziellen Parkplatz gibt es nicht. Also suchte ich mir einen Parkplatz im öffentlichen Raum. Nur wie bringe ich meinen Parkschein sichtbar an meinem Motorrad an, wenn doch die Regenhaube das Sichtfenster des Tankrucksacks verbirgt. Und ohne Regenhaube wollte ich net. Es regnete ja immer noch am laufenden Bande. Da ergab sich die Möglichkeit entweder per App (hatte ich im Vorfeld schon mal gelesen) oder direkt online das Ticket zu lösen. Sonst hätte man auch noch passendes Kleingeld haben müssen. Aber das brauche ich ja hin und wieder zum Duschen.

Also Handy gezückt und superschnell das Ticket gelöst. Für 4h weil es nach mehr aussah und vllt was Essen auch nicht verkehrt wäre: €2,20. Jupp für 4h. Ich dachte erst, ich hätte was falsch gemacht. Ich bin da doch andere Preise gewöhnt.

Naja, das Schlos war doch kleiner als gedacht aber trotzdem interessant, auch was die Geschichte anging. Und ich fand parallelen zu der Geschichte des Forts in Kinsale am Anfang des WAW. Man sagt ja immer, die Welt ist klein, aber hier in Irland fällt es mir öfters mal auf, wie die Geschichten und Geschicke der Menschen miteinander verwoben sind.

Anschließend genoß ich noch eine Portion Fish and Chips in der nahegelegenen Bar. Dabei fiel mir jetzt mal so langsam auf, das egal in welchem Pub/Bar ich war, die Speisekarten sich stark glichen, was den Großteil der Gerichte angeht. Aber jeder hat seinen Hausburger 😀

Dann war es Zeit gen Campingplatz zu fahren. Eigentlich war noch etwas Interessantes auf dem Weg, aber ich hatte es nicht im Navi eingespeichert und hab wahrscheinlich auch zwischenzeitlich mal den WAW verlassen gehabt. Aber diese Tour ist ja quasi nur ein erstes Beschnuppern und schauen, was es sonst noch so gibt.

Grad noch mal geschaut an der R263 bei Largy gibt es wohl eine  Secret Waterfall und Largy Fort. Tja wenn der so schon geheim ist, dann ist es nicht verwunderlich, daß uch bei strömendem Regen direkt daran vorbei fahre ohne es zu merken.

Und so kam ich am Platz an. Tja es regnete in Strömen, in der Rezeption saß niemand. Beim Telefonat wurde mir gesagt, such dir nen Platz bei. Carpark und da irgendwo auch fürs Zelt. Naja, es war erst mal ein Geduldsspiel einen sicheren Platz für Ruby zu finden. Als das geschafft war tauchte jemand bei der Rezeption auf. Also ich, pflichtbewußt wie man so ist, hin zum anmelden. Egal… ich solle mir da irgendwo nen Platz für mein Zelt suchen. Wird schon werden, morgen solls trocken sein. Wow, ich fühlte mich echt willkommen geheißen. Und naja, es gibt zwei Contaiener, einer Toiletten, einer Duschen (der nicht genutzt werden soll) und daneben stehen dann noch zwei Kabinen mit je einem Badezimmer (Dusche, Toilette, Waschbecken). Naja es steht auf der Seite ja, kein Glamping und auch von Bauarbeiten ist die Rede, aber wenn man die Internetseite mit der Wirklichkeit vergleicht, könnte man meinen, das Bild wurde mittels eines DeLorean mit Fluxkompensator aufgenommen.

Naja, ich suchte mir auf der Ackerwiese einen akzeptablen Platz der auch danach aussah bei angaltendem Regen nicht unter Wasser zu stehen und beeilte mich mein Zelt aufzubauen. Heute morgen hatte ich es für eine gute Idee gehalten, das Innenzelt drin zu lassen, war mir nun aber nicht mehr so sicher. Aber es hat geklappt. Regen draußen, innen trocken. Tja aber wie komme ich aus den Fahrklamotten in die Campingklamotten ohne selbige unnötig naß zu machen? Und wo lasse ich die doch etwas feuchten Fahrklamotten? Ok alles aus dem gelben Sack was ins Zelt gehört ins Zelt und dann auf zu den sanitären Anlagen. Da habe ich mich dann erst mal umgezogen. Die Kombi wanderte in blaue Säcke und dann in den gelben. Nein kein falsches Spiel beim Recycling, nur vorbeugend, damit trocken bleibt was definitiv noch trocken ist. Die gelbe Rolle kann man gut wasserfest verschließen. Die steht jetzt an Rubys Seite und wenn es morgen früh trocken ist, lüfte ich die Kombi auch aus und laß die Restfeuchte entweichen. Spätestens bei Fahren wird sie getrocknet. Bevor es wieder regnet 😀

Naja, nachdem alles erst mal so notdürftig gerichtet war ging ich ins benachbarte Kaffee. Die Campingklamotten an und darüber der Swarowski als Regenschutz. Sah bestimmt lustig aus. Ein leckeres Stück Kuchen, ein Cappucchino und ein nettes Gespräch rückten den Tag wieder gerade.

Aktuell sitze ich im Camperkittchen, lad den Akku, trinke Tee und schreibe den Bericht. Im Zelt war die Internetverbindung Regenabhängig. Hier hab ich WLan.

Apropo Regen, es ist grad wieder kurz Pause und die möchte ich nutzen um ins Zelt zurückzusprinten. Also denn ich wünsch euch noch einen schönen Abend.

So long…

dLzG