Die erste Nacht war angenehm. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Und keine störenden Geräusche. Ich war vor dem Wecker wach, aber döste noch vor mich hin.
Moment, Wecker? Im Urlaub? Ja manchmal mach ich sowas. Und heute hatte ich eine feste Verabredung in 80km Entfernung. Um 09:00 wollte ich da sein, damit ich die Abfahrt 9:30 schaffe und vorher noch einen Kaffee trinken kann.
Also klingelte um 6 der Wecker und es hieß in Ruhe fertig machen. Duschen, Zähneputzen und den Earl abtrocknen. Es hatte in der Nacht etwas geregnet und auch der ü liche Morgentau lag auf ihm. Noch schnell ein paar andere Klamotten eingepackt und los ging es.
Also wenn sich jemand einen Storch braten möchte, in der Gegend hats reichlich. Ich habe glaub kein Dorf durchfahren, in dem nicht mindestens ein Storchennest war. In einem habe ich 8 gezählt. Alle besetzt also fuhr ich weiter😅
Die Straß wurde kurviger aber in den Bergen hingen noch die Nebelschwaden. So war ich nicht unfroh, das jemand mit seinem Auto vor mir herzuppelte. Ist hier auch eher eine Seltenheit. So langsam kämpfte sich aber die Sonne durch und als ich mein Ziel erreichte war es kurz vor 9 und strahlender Sonnenschein.
Ich bekam sogar mit meinem Moped einen Sonderplatz auf festem Untergrund nahe der Security zugewiesen. Der Earl blieb da auch den Tag über alleine🥲 aber er hatte seine Ruhe. Ich hingegen hatte zwar online reserviert, ging aber trotzdem zum Schalter um zu fragen, ob das passt. Und das war gut so, denn hier bekam ich meine richtige Karte und die Bewirtungsgutscheine.

Nach dem Frühstück ging ich dann zum Schaffner und bekam einen Platz im letzten Wagen. Der war aber super.


Mir gegenüber saß ein Rumäne der vor 40 Jahren na h Schweden ausgewandert war. Auch für ihn war es die erste Fahrt mit der Dampflok der Wassertalbahn. Wenn es mal nicht zu sehen, fotografieren oder bestaunen gab plauderten wir ein bissl und so bekam ich noch ein paar Tipps für meinen nächsten Stopp.




Bei einem Zwischenhalt konnte man sich kurz stärken. Währenddessen wurde die Lok geölt und auch Holz nachgelegt. Und schon ging es weiter zur Endstation.
Hier gab es was zu Essen, Trinken, Souveniers und eine kleine traditionelle Tanzaufführung. Es gab auch ein kleines Museum mit der Geschichte des Tales und der Bahn.
Um 12:45 ging es dann wieder zurück. Wer mal in der Gegend um Viseu de Sus ist schaut doch einfach mal bei der Mocanita vorbei.





Für den Weg zurück zum Campingplatz entschied ich mich für die 188. Etwas länger, sollte sich aber schön durch Dörfer schlängeln. Tat sie dann auch, nachdem ich wieder eine etwas kurvigere Strecke mit ein paar Serpentinen genießen durfte. Leider wurde aus dem Schlängel nach der Hälfte der Strecke dann ein immer wiederkehrendes Warten auf das Grün der Baustellenampel. Es wurde gerade die Asphaltdecke gemacht. Also zwischen den Wartestops hieß es langsame Fahrt voraus. Und das lag nicht an mir diesmal😅 und natürlich auch nach dem besten Weg zwischen den Löchern und dem Geröll suchen. Aber ich habe es geschafft. Zwar dadurch über 30min Verspätung und mit jeder Menge Staub bedeckt, doch ich erreichte den Campingplatz.😁
Was gibt es schöneres als danach duschen und entstauben. Zuerst habe ich aber die Zeche für den Platz bezahlt. Als ich dann zur Dusche wollte, vermisste ich einen Badeschlappen. Ich hatte beide morgens zum Trocknen an die Zeltleine gelegt und nun war nur noch einer da.
Ich lief also den Platz ab, denn ich vermutete die Hunde, die hier rumlaufen hätten vllt den einen „verlegt“. Aber nichts… da kam gerade einer der hier arbeitet. Ich sprach ihn an und er kontaktierte die junge Frau, die hier zuständig zu sein scheint. Ich fragte sie nach dem Schuh. Aber sie hatte ihn auch nicht gesehen. Tippte aber such auf die Hunde und sagte, wenn sie ihn sieht, bringt sie den Schuh vorbei.
Ich also erst mal auf einem Bein duschen gewesen. Gleichzeitig ein wenig Training fürs Gleichgewicht😅 und ich dachte zurück an Schweden 2022. Ähnliche Situation. Erst durch eine Straßenbaustelle gekämpft, dann geduscht aber da wurde ja die Seife beim Abendbrot geklaut. Meine Eltern fanden sie ja dann bei der Rückkehr von ihrer Cachingrunde. So viel Glück hab ich bestimmt nicht noch mal, dachte ich.
Zurück beim Zelt, schnackte ich grad mit den neuen Nachbarn aus Deutschland, als die nette junge Dame mit meinem zweiten Schlappen in der Hand ankam😅😅😇 der Nachbarshund hatte ihn veschleppt. Aber dem Schlappen geht es gut und ich kann wieder fest auf dem Boden stehen bei. Duschen😁
Sodele, dat war jetzt ziemlich viel Text ohne Bild. Aber mal wieder ein Erlebnis für mich. Mal schauen, was es beim nächsen mal bei „Lost and Found“ gibt.
Ich werde jetzt mal gucken, was ich von den mir empfohlene Sachen vllt morgen einbaue. Sind schließlich nur 200km bis zum nächsten Platz. Oder ich schlafe aus und starte spät. Ich werd einfach schauen, wann ich wach bin und dann entscheiden. Auf jeden Fall werde ich entspannt starten.
Ich wünsche euch allen einen schönen Abend.
dLzG