Hi ho, so wie es aussieht bleibt es heute fast trocken. Ein paar leichte Niesler aktuell. Ich könnte heute also noch einmal Glück haben. Zwei Punkte stehen auf dem Programm. Ein Leuchtturm und ein Kliff. Und natürlich wieder Fahrspass 😀

Bis später…
Korrektur et is jetzt ein Sprühregen der zunimmt. Tja, so sei es…

On the Road again… der Regen hörte auf und ich zog den Anzug aus, folgte dem WAW, freute mich des Lebens und meine Sicht wurde wieder durch Sprühnebel getrübt. Also den Swarowski wieder angepellt. Hätte ich vllt auch auslassen können, aber so war er noch eine Hülle gegen der Fahrtwinde. Es ging nämlich mal wieder schnell und weitesgehend gerade voran. Die Sonne lockte mich wieder, ich solle doch die Regenpelle wegpacken, aber ich hielt durch bis zu meinem ersten planmäßigen Stopp am Blacksod Lighthouse. Zum Glück, denn so konnte ich noch etwas verspätet in die 12Uhr Führung hinein. Und auch wenn ich einen Teil der historischen Geschichte verpasste, kam ich genau richtig zum entscheidenden geschichtlichen Beitrag dieses Ortes und der dortigen Familie.




Die Oma unseres Guides hat damals Dienst gehabt, als die Wettervorhersage für den D-Day benötigt wurde. Stündlich mußte das Wetter nach Dublin durchgegeben werden. Von dort ging es dann nach London und dann ins Headquarter der Allierten für die Landung. Somit hatte man einen Tag Vorlauf zum Wetter in der Normandie. Die gute Dame hat Nachtschicht gehabt und … na das wäre zuviel verraten. Kommt einfach mal selbst vorbei und laßt euch die Geschichte und noch die ein oder andere mehr aus dem Leben der Leuchturmwärter von ihrem Enkel erzählen. Nur noch soviel sei gesagt: Seine Großmutter erhielt noch kurz vor ihrem Tod im stolzen Alter von 100 Jahren die Medal of Honor verliehen. Und es gibt seit kurzem ein Buch „The Weather Girls“ dem ihre Geschichte zugrunde liegt und auch am Ende kurz erzählt wird. Ich glaub ich muß, wenn ich zuhause bin mal was kaufen 😉
Ach falls ihr zufällig am 06.06. (D-Day) in der Gegend seid, schaut vorbei. Es wird gefeiert und geehrt. Und auch heute noch ist der Leuchturm Dreh und Angelpunkt in der Seerettung dieser Gegend.
Kaum ging es weiter blieb ich spontan wieder stehen: An Fál Mór


Hier wurde 1993 als Teil eines großen öffentlichen Kunsttrails eine Spirale aus Megaliten zu Ehren von St. Deirbhle, einem Heiligen aus dem 6.Jh errichtet.
Der nächste Halt sollte eigentlich Downpatricks Head sein, aber während ich die Aussicht über die Klippen auf der Küstenstraße genoß, bot sich ein Parkmöglichkeit mit ungeahntem Mehrwert an: Ceide Fields Neolithics Site


Hier fand 1934 ein Torfstecher die ersten Überreste einer 5500 Jahre alten Ansiedlung. Es ist wohl die größte Zusammenhängende der Welt. Im Besucherzentrum kann man mehr über das damalige Leben erfahren. Doch wenn ein Bus da steht, schaut, daß ihr den Außenpfad vor der Gruppe betretet oder, wenn es „zu spät“ ist, nehmt euch die Zeit und trinkt einen Tee und eßt ein Stück Kuchen. Auf dem Pfad gibt es keine Überholmöglichkeit wenn die Gruppe geballt zum Stehen kommt. Natürlich darf ein abschließender Blick aus der Ferne auf mein nächstes Ziel nicht fehlen.

Auch wenn ich in den Besucherstau auf dem Außengelände geraten bin, habe ich mir im Nachgang noch ein Stück Kuchen und einen Cappucchino gegönnt. Tee brauchte ich nicht, mußte ja nicht mehr warten.
Dann ging es weiter zu Downpatrick Head. Nach einer engen verwinkelten Anfahrt (frage mich immer noch, wie es der Reisebus geschafft hat) konnte ich auf einem kleinen Rundgang das Cliff entdecken.






Sogar Angler waren hier zugange. Nach ca 1h machte ich mich auf die letzte Etappe des Tages. Auf zum Campingplatz. Natürlich immer schön den WAW folgend und öfter mal das Navi mißachtend. Vor Ort fand ich die Rezeption verschlossen vor. Obwohl sie noch 1 1/2h aufhaben sollte. Ich rief also die hinterlegte Nummer an. Da ich am nächsten Morgen zwischen 9 und 10 fahren wollte, sagte man mir, es komme gleich noch jemand vorbei.
Während des Wartens tauchte ein älterer Herr auf. Er wollte der Rezeption mitteilen, das die Herrentoilette überflutet sei. Ich meinte das gleich jemand kommt, aber er hatte es eilig. Die Pause bei seinem gälischen Footballspiel sei vorbei. Nagut, ich versprach im nach einem kurzen Fachsimpeln über irische Sportarten (ich habe fast nüscht verstanden, wegen dem Dialekt), Bescheid zu geben. Gesagt getan und eingecheckt habe ich auch.
Dann baute ich erst mal das pitschnassd Außenzelt auf und hatte einen kurzen Schnack mit einer deutschen Dame nebenan. Sie hat gläcklicherweise den Campervan gewählt. Als sie loszog, die Stadt zu erkunden, zog ich los ins nächste Lokal zum Essen fassen. Diesmal mit Ruby. Da das Zelt erst mal trocknen mußte, konnte dort noch nichts verstaut werden. Und außerddm hätte ich so noch woanders hinfahren können.
Aber das brauchte ich nicht. In The Merry Monk gab es lecker Seafood Linguini und Lifemusik. Etwas zu laut, aber war ok und das Essen war lecker. Zum ersten Mal auch Muscheln. Die hatte ich wohl übersehen. Waren ok, aber muß ich nicht unbedingt als Hauptgericht haben. Wenn man jede einzelne rauspopelt, wird man ja beim Essen hungrig 😀
Naja, zurück auf dem Platz wurde der Rest in Zelt geräumt, aber nur auf Sparflamme. Für morgen steht wohl jetzt endgültig Regen an. Vllt habe ich ein kurzes Fenster um zumindest halbwegs trocken beim Packen zu bleiben. Das Zelt eher weniger. Soll Nachts schon anfangen.
Nun gut, mein Tee ist auch fast leer. Habe vorhin, während der Tee zog, noch eine nette Plauderei mit einem Iren aus Cork gehabt. Lustigerweise war ich da ja schon im Urlaub gewesen.

Ich wünsch euch eine gute Nacht. Btw Campingplatz für morgen hab ich schon mal gebucht.
So long…
dLzG